Kotzen und so.

An die liebe Jee: Der Post hier wird ziemlich ehrlich und so. In speziellem Bezug auf dich, ehrlich bin ich hier eh immer, aber du weißt schon was ich meine. Trotzdem ist es ja was anderes, wenn man über jemanden schreibt, der das hier mitliest. Also alles was in meinem Kopf vor sich her spuk, egal ob bekloppt, überflüssig, nachvollziehbar etc. Jedenfalls brauchst du dir darüber nicht den Kopf zerbrechen oder dich irgendwie komisch fühlen. Ich komm damit klar. 😉

Mir gehts grad bescheiden. Seit Mittwoch hatte ich durchgängig Migräne (es ist immer die linke Schläfe! Immer!) und bin deswegen zum Teil ziemlich abgekackt, was arbeiten angeht. Aber ich habe die 8 Stunden durchgehalten. Nacharbeiten ist keine Option, länger als die besagten 8 Stunden halte ich nicht aus. Vor ein paar Stunden (gestern abend) kam Übelkeit hinzu, die bis jetzt anhält. Aber eben keine „Ich hab zu viel gegessen oder Sodbrennen“ Übelkeit, sondern eine „Oh fuck, hoffentlich werd ich nicht krank. Bitte nicht!“ Übelkeit. So eine richtig fiese aus dem Magen und Darm kommende, die einen wünschen lässt man müsse nie wieder etwas zu sich nehmen und könnte kötzen. Die hatte ich schon lange nicht mehr. Und da Jee mit gippalem Infekt zu Hause liegt, steigert das meinen Optimismus, dass ich doch gesund bin und es nur ne kleine Magenverstimmung ist, nicht gerade.

Aber gerade in solchen Momenten kommen die Gedanken an: „Dann iss einfach nichts mehr, nutze die Gunst der Stunde und faste, damit du abnimmst!“ hoch. Ja, das ist ziemlich dämlich, dass sowas sofort bei mir hochkommt. Aber ich bin ehrlich und es ist, wie es ist. Leider gerate ich recht schnell wieder in den Strudel aus Ekel gegen meinen Körper, Neid auf Jees Figur (ich denke das weißt du, Jee, oder?) und dem darausfolgenden Bedürfnis, einfach zu hungern um abzunehmen. Kein warten, kein gesundes Mittelmaß aus bewusster Ernährung. Stattdessen schnell und „einfach“. Gerade wenn mir Jee erzählt, wie wenig sie derzeit isst, weil sie krank ist, sich depressiv fühlt usw… da staut sich der Druck bei mir. Aber sie kann ja nichts dafür, dass ist allein mein Problem. Sie reagiert eben mit Appetitlosigkeit, ich mit Appetitüberflüss. Eigentlich ganz normal, aber es macht mich doch sehr fertig. Gerade weil ich nicht auf enge Freundinnen neidisch sein will und Jee ist wohl eine der engsten, die ich habe.

Gleich gehts zur Arbeit, ich habe 98 kcal zu mir genommen und in meinen Hirnwindungen regt sich schon der Plan, bis abends nichts zu essen… Ich trigger mich selber mit Thinspo Bildern von Mädels aus einschlägigen Foren… schraube im Kopf schon an meiner Kaloriengrenze herum und berechne, wie viel ich abnehmen würde mit der und der Kalorienmenge… ich hab nen Gesamtumsatz von 2600 kcal am Tag, mit 500 kcal nehme ich locker 2 kg Fett in der Woche ab… ich weiß, dass ich mit den Kalorien und der Arbeit nebenbei ziemlich auf dem Zahnfleisch gehen werde, aber irgendwie ist mir das egal. Mir gehts einfach scheiße in mir drin und ich will das nicht. Nicht seit Jahren, aber halte nie durch, weil ich selbst zu schwach bin. Aber irgendwann muss ich mal stark sein.

Berufsschule – Quell der Intelligenz.

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Oder auch nicht. Im Hintergrund läuft übrigens „Du Doof“ von den Wise Guys, passt mehr als perfekt zum Resumee meiner Berufsschulklasse. Mal ehrlich, ich weiß das viele dort keine Überflieger mit Einerabi sind. Aber was ich dann miterleben durfte, an Glanz und Gloria, das benötigt genauere Beachtung in Form eines Posts.

Heute früh hatte ich aber auch keinen Glanzmoment. Als ich aus dem Bus ausstieg und mich mit Google Maps zur Schule finden wollte, klappte das nicht so ganz. Am Ende musste Jee zu mir kommen, damit ich die verdammte Schule finde, die total toll in einer kleinen Straße versteckt liegt. Na, danke! In der Klasse saßen schon 3/4 der Leute und ich mich auf den erstbesten Platz, der am einladensten aussah. Also weg von den Assibräuten, weg von ganz hinten oder vorne. Noch war es mucksmäuschenstill und alle starrten angestrengt aufs Handy. Bloß auf beschäftigt tun. Gut, kann ich auch. Das war leider auch der Part, der für den ganzen Tag am angenehmsten war. Die Lehrer sind ziemlich nett, allesamt. Danach taute die Stimmung zunehmend auf und viele Mitschüler entpuppten sich als wahre Nervensägen. Dumm wie drei Meter Feldweg und nehmen die Ausbildung überhaupt nicht ernst. Immerzu am quatschen und unnötig rumgrölen und tun, als wäre man das Interessanteste was diese 4 Wände zu bieten hätten. In mir staute sich tierische Genervtheit und Hass gegen diese Leute auf und ich war froh, als wir heute schon nach der 6. Stunde gehen konnten. Ich mag den Unterricht, aber die Mitschüler? Nein, danke.

Ansonsten läuft es bei mir ganz gut. Die akute depressive Phase ist überstanden und das arbeiten macht mir Spaß. 🙂

Wochenreview

Tut mir leid, dass ich trotz Versprechen seit Dienstag nichts mehr gepostet habe. Aber ich war einfach zu sehr beschäftigt mit arbeiten, überleben und so weiter.

Dienstag

Ich kann mich jetzt schon kaum noch dran erinnern, mein Gedächtnis ist wirklich Müll. Jedenfalls war ich mega aufgeregt, ob und wie ich das alles packen soll. Schließlich war ich seit über einem Jahr nur zu Hause und von jetzt auf gleich geht es wieder los. 8 Stunden arbeiten. Davor habe ich immer noch mächtig Respekt. Jedenfalls kam ich an und wurde erstmal begrüßt. Ich wurde von meiner Chefin R. in alles eingewiesen und durfte schon einmal Haare waschen. Daneben viel putzen und Zuarbeiten. Am Abend war ich fertig, körperlich wie psychisch. Seit über einem halben Jahr war ich clean, was das SVV angeht. Ab da nicht mehr und es wurden ein paar sehr leichte Schnitte am Oberschenkel.

Mittwoch

Mittwochmorgen, vor der Arbeit, begann schon richtig scheiße. Ich hatte eine Panikattacke. Eine Richtige mit Todesangst. Danach war ich schon fertig, weil sowas einen einfach auslaugt. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft zur Arbeit zu gehen und eine halbwegs freundliche Maske aufzusetzen. Dort setzten schon die ersten psychosomatischen Beschwerden ein. Kopfschmerzen. Migräne. Verdammt. Irgendwie habe ich den Tag überstanden ohne zu heulen oder früher zu gehen.

Donnerstag

War so ein richtig beschissener Tag. Früh wieder eine Panikattacke mit Atemnot und Heulkrämpfen. Geistesabwesend fügte ich mir Wunden zu, indem ich Salz und Eis auf meine Haut legte und zuschaute, wie sie durch Kälte verbrannte. Es half und ich ging los. Auf Arbeit ging zuerst alles glatt, ich hab mich in Putzarbeiten gestürzt, um ja nicht nachdenken zu müssen. Dann kam aber R. und sagte mir, ich solle mehr daneben stehen und zuschauen, schließlich sei ich nicht die Putzfrau. Diese eigentlich vollkommen nette „Ansage“ führte dann dazu, dass ich mir eine Ausrede einfallen ließ, um mal kurz nach Hause zu laufen. Mir kamen schon dabei die Tränen und als die Tür unserer Wohnung hinter mir ins Schloss fiel, gab es kein halten mehr. Ich sackte im Bad zusammen, mit dem Oberkörper auf dem geschlossenen Klo und heulte. Um mich irgendwie zu beruhigen, gab es einen kleinen Schnitt am Oberschenkel. Danach ging ich verheult wie ich war zurück zur Arbeit und erzählte, ich hätte einen Anfall wegen meiner Pollenallergie. Stand dann neben der Kundin, schaute zu und schiefte ab und an vor mich hin. Klar, die bösen Pollen. Ich dachte zuerst, R. würde mir das abnehmen, aber später sprach sie mich darauf an und fragte, ob ich geweint hätte und sie irgendwas falsch gemacht oder zu streng gewesen wäre. (Sie ist streng, aber lieb und verständnisvoll und bemüht sich.) Da bin ich eingeknickt und sagte ihr, dass ich an Borderline leide und es einfach eine schlechte Phase ist gerade. Den Rest des Tages verbrachte ich betend auf den Feierabend.

Freitag

Ein kleiner Fortschritt. Scheinbar half das „Outing“ und ich hatte mal keine Panik. Auf Arbeit ging soweit alles glatt, ich bemühte mich der Anweisung mehr zuzuschauen zu folgen und scheinbar ist mir das gelungen.

Jetzt

Obwohl Freitag gut war, bin ich immer noch am kämpfen. Wenn ich mir vorstelle, was alles auf mich zukommt (Modelle suchen, Prüfungen ec.), dann bekomme ich eine Heidenangst und raste fast aus. Ich fürchte mich wahnsinnig davor und habe Angst zu versagen. Ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll. Nur, dass ich es irgendwie schaffen muss. Einziger Lichtblick: Ich und Ray waren im Tierheim und besuchten die kleinen Kitten. Diese 15 Minuten kuscheln und schmusen waren das Schönste, was ich in den ganzen letzten Wochen erlebt habe. So unglaublich beruhigend, tröstend und es gab mir das Gefühl, es irgendwie schaffen zu können. Wir haben uns für zwei Katzenmädchen entschieden und diese werden in 2-3 Wochen bei uns einziehen. ♥ Morgen muss ich wieder arbeiten, diesmal Frühschicht von 07:00 – 15:00 Uhr. Ich hoffe ich habe dann nicht ganz so viel Zeit, mich in Panik oder Versagensängste reinzusteigern.

Erster Tag. Neues Kapitel.

In einer Stunde geht es los. Dann beginnt mein erster Arbeitstag. Über ein Jahr lang war ich krank geschrieben. Ich war gestern beim Spitzenschneiden in dem Salon, in dem ich auch heute anfange. Und eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, erst nächste Woche anfangen zu müssen. So wurde es mir auch gesagt. Fehler. Irgendjemand hat irgendwas mächtig verhunzt. Daraufhin hatte ich zu Hause eine Panikattacke. Eine Schlimme, sowas hatte ich schon lange nicht mehr. Schwitzen, Erstickungsgefühle, Übelkeit, Herzrasen… ich kam einfach nicht mit dem Gedanken klar, dass es auf einmal morgen losgeht anstatt nächste Woche und ich mich seelisch darauf vorbereiten kann. Das hat mich völlig überfordert und verzweifelt zurückgelassen, obwohl dort alle super nett sind. Ich weiß/wusste selbst, wie überzogen meine Reaktion war. Ich hab mich sogar leicht selbst verletzt, obwohl ich seit über einem halben Jahr clean war. Verdammt. Dazu kam, dass meine mir heiligen Haare (die mit das Einzige sind, was ich an mir mag) ein ganzes Stück gekürzt wurden. Daraufhin habe ich mich erst einmal mit Jee kurzgeschlossen und wir sind kurzerhand in die Stadt. Das hat mir wirklich geholfen und ich bin froh, jemanden zu haben der so sehr nachfühlen kann, wie es mir geht. Abends entdeckte mein Kay noch die frischen, kleinen Wunden und ist erstmal ausgerastet. Ich wieder am heulen und ja, alles scheiße. Momentan geht es mir noch ganz gut, ich bin aufgeregt und ängstlich, aber es hält sich in Grenzen und ich kann es kontrollieren. Es gibt abends auf jedenfall eine ausführliche Beschreibung wie es war. Auch für mich, zum reflektieren.

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Trauma

“There are wounds that never show on the body that are deeper and more hurtful than anything that bleeds.”
― Laurell K. Hamilton, Mistral’s Kiss

Ich weiß mittlerweile, dass es Sommer oder Herbst 2008 gewesen sein muss. Ich war 12, gerade neu auf die weiterführende Schule gewechselt. Zu diesem Zeitpunkt waren Oberschule und Gymnasium noch im selben Gebäude und so gab es sehr viele Leute, viele Klassenräume und viele Differenzen. Ich hatte mich mit ein paar Leuten angefreundet, glaube ich. Viel weiß ich nicht mehr aus dieser Zeit, nur einzelne Fetzen ploppen auf und ich würde gerne mehr dazu erzählen. Die Wahrheit ist aber, dass ich das meiste meiner Vergangenheit nicht rekonstruieren kann. Als wenn alles ausgelöscht wurde, was nicht als wichtig genug erachtet wurde. Irgendwie ist das schade, ich hätte gerne mehr schöne Erinnerungen. Doch meist bleiben nur die Hässlichen zurück. Eine davon, eine ganz bestimmte, kam erst vor circa 2 Jahren wieder. Ich weiß nicht ob ich mir wünsche, sie wäre für immer in meinem Unterbewusstsein eingesperrt geblieben. Doch ich erinnerte mich irgendwann. Es fing an mit kleinen Flashbacks. Ich roch ein bestimmtes Parfüm und mir wurde übel. Wenn mein Freund mir ins Ohr hauchte, dann bekam ich eine Gänsehaut vor Ekel und hatte auf der Stelle das Gefühl, fliehen zu müssen. Wann genau das ganze Große sich lichtete, weiß ich nicht mehr. Nur, dass es plötzlich über mir hereinbrach und mich verschluckte. Und ich wünschte, ich könnte es auslöschen.

Ich musste während dem Unterricht (oder war es die Pause?) auf Toilette. Es gab mehrere Stockwerke doch ich entschied mich für das Bad im Keller. Dort war es immer leer, man hatte Zeit und es war eher klein und gemütlicher als die großen Toiletten in den oberen Etagen. Ich glaube, ich bekam eine Gänsehaut und ein ungutes Gefühl beschlich mich, aber das kannte ich. Das passierte mir öfter, selbst heute. Ich versuche es zu ignorieren, auch damals. Ich ging auf die Toilette und hörte die Tür hinter mir zufallen. Doch sie ging wieder auf. Und er kam herein. Ich erinnere mich bis heute nicht an sein Gesicht. Er war groß und ich ekele mich bis heute vor seinem Parfüm und seinem Atem an meinem Hals. Ich war starr vor Schreck und weiß nicht, wie weit er gegangen ist. Ich weiß, dass er sich an mich drängte, kein Wort verlor. Genau wie ich. Und ich musste es geschehen lassen. Sobald ich die Toilette verließ, verschloss ich diese Erinnerung tief in mir. Und erst vor 2 Jahren kam sie wieder auf. Vielleicht war es gut? Ich weiß es nicht. Was ich weiß: Sie ist bestimmt mit Schuld an einigen meiner tiefsten Wunden.

Freitag

Das Wochenende gehts zurück zur Familie und gleich am Samstag zu einer Familienfeier. Ich mag sowas eigentlich nicht, aber die Familie väterlicherseits ist wirklich in Ordnung. Das Einzige was mich wirklich stört und etwas nervös macht ist, das ich mein Tattoo verstecken muss… Schon klar mein Vater will es nicht sehen, aber er prophezeit mir schon Wochen, dass meine Oma einen Nervenzusammenbruch kriegt, sollte sie jemals davon erfahren. Ich weiß es nicht, sie hat auch auf meine SVV Narben und die ehrliche Erklärung woher sie stammen äußert gelassen und verständnisvoll reagiert. „Das kann ich verstehen, manchmal hilft eben nur noch so etwas.“ Mit solch einem Verhalten und Satz hätte ich wirklich nicht gerechnet. Überrascht mich immer wieder… Meine Tante befürwortete mein Tattoo und will es sicherlich auch mal in einer ruhigen Minute sehen. Zu meinen Cousinen habe ich kein enges Verhältnis und auch fast keinen Kontakt. Jedenfalls muss ich langärmlig rumlaufen und das bei der Hitze die wettertechnisch vorausgesagt wird. Mal sehen wie das läuft…

Gewicht bleibt gleich. Grr… und sogleich fühlt man sich hässlich und fett. Ähnlich wie Jee, obwohl ich sie total hübsch finde. Ich glaube wir haben beide ein Realitätsproblem. Ein ziemlich großes sogar. (Ja Jee, du siehst mit Pony einfach umwerfend aus. Immernoch. ;)) Zumindest hatte ich gestern abend keinen Zusammenbruch oder depressive Stimmung. Das beruhigt mich enorm. Liegt wohl doch am Vitamin D, welches ich in den zwei Tagen dank Regen und Wolken nicht tanken konnte. Schon geil, wenn einen solch kleine Sachen aus der Bahn werfen. Es ist fast nur noch eine Woche und dann beginnt meine Ausbildung. Ich schwanke zwischen Freude und Verzweiflung und Nervosität und Versagensängsten. Aber da muss ich jetzt durch, weil ich diese Ausbildung will. Das ist vielleicht meine letzte Chance. Die will ich nicht verwerfen.

PS: Jee hat auch einen Blog aufgemacht, guckt ruhig rein. 🙂 Formwandlerin ist wirklich lesenswert.

Gestern war es bis abends ganz schön. Dann kam der ultimative Dreh und alles wurde so richtig, richtig scheiße. Ich hab mir ein paar Filme geholt, für mich und meinen Freund. Er musste aber noch irgendwelche Sachen für seinen Job machen und so hab ich den ersten Film eher alleine geguckt. The Babadook. Es ist zwar ein Horrorfilm, aber normalerweise kratzt mich sowas nicht. Aber da ging es eher um Depression und der Film hat mich so getriggert und runtergezogen, dass danach der Zusammenbruch kam. Typisches Stimmungstief, nur heftiger. Ich war super nervös, am heulen und hab die Beruhigungstablette gleich mit nem Glas Alk runtergekippt. Der Drang nach Selbstverletzung war auch wieder sehr präsent und ist meist der einzige Weg, da vorzeitig rauszukommen. Aber ich darf nicht und „muss“ es aushalten, obwohl ich es nicht will. Ich hab schließlich keine Wahl.

Gewicht geht langsam runter und ich wünschte es würde schneller gehen. 78,8 kg. Heute geht es mir immer noch bescheiden. Nicht so schlimm wie gestern, aber eine beschissene Grundstimmung. Vielleicht spielt das Wetter eine Rolle? Oder ich habe einfach mal wieder einen schlechten Tag. Ich weiß, er geht vorbei. Irgendwann. Nur wann genau? Der Drang mich zu verletzen war da und ich bin alleine zu Hause gewesen. Mein Freund ist arbeiten, sein Mitbewohner auch. Freie Bahn für mich, heißt das. Ich hab gespürt wie ich zusehend nervöser wurde und hab mir einfach einen Stift geschnappt und auf meinem Bein drauflosgemalt. Alles probieren, bloß nicht schneiden! Und es hat geklappt. Wie giftig Edding auf Haut ist weiß ich nicht? Aber ich habe ja schon Seelenkrebs (danke an eine Freundin für diesen Begriff. Ich hoffe, sie macht eines Tages auch einen Blog auf. Ihr Schreibstil ist toll und sie hat viel zu erzählen.) da brauche ich nicht noch richtigen Krebs.

Mir geht es gerade wieder sehr schlecht. Wie gestern. Schon der zweite Tag in Folge und ich habe Angst, dass es wieder los geht. Dass ich wieder in eine akute Depressionsphase komme. Was soll ich nur tun? Normalerweise esse ich in solchen akuten Momenten einfach was Süßes. Das hilft, ist zwar nicht wirklich gesund, aber ich will es auch nicht aushalten und warten, bis es vorbei geht. Nur leider hab ich jetzt nichts hier, mein Freund guckt fernsehen und ich komme nicht mit mir klar…